Eine Hommage an alte Hunde
Mit 8 Wochen ist dein Hund als Welpe zu dir gekommen. Er war unglaublich niedlich und tollpatschig. Ihr habt diese lustige Zeit zusammen verbracht und unzählige Fotos und Videos gemacht. Wahrscheinlich erinnerst du dich kaum noch an die schlaflosen Nächte, in denen dein kleiner Schatz ja auch mal nachts raus musste.
Dann kam die verrückte Zeit der Pubertät. Dein Hund drehte völlig durch, lotete seine Grenzen aus und hatte nur noch Mus und Hormone im Kopf.
Irgendwann war dann auch das überstanden und ihr habt eure gemeinsame Zeit genossen. Habt Spaziergänge gemacht, seid zusammen in Urlaub gefahren und habt vielleicht Erfolge gefeiert.
Aber wie das im Leben immer so ist, bleiben Veränderungen nicht aus…
Die normale Gassirunde dauert etwas länger und vielleicht möchte dein Liebling auch keine stundenlangen Spaziergänge mehr machen. Schläft er vielleicht so fest, dass er manchmal gar nicht mitbekommt, wenn du nach Hause kommst?
Vielleicht tut er sich auch schwer, die Treppe zu steigen oder mag nicht mehr so gerne aus dem Auto springen. Hast du auch schon mal den Eindruck, dass er dich nicht hört oder dass er nicht mehr gut sieht und das vor allem in der Dämmerung?
Sieht er nicht mittlerweile auch etwas anders aus? Hast du die grauen Haare an der Schnauze schon bemerkt?
Ja, dann hast du jetzt einen Senior im Haus.
Ab welchem Alter ein Hund ein Senior ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab
Bei manchen Hunden beginnen die Veränderungen schon mit 7 Jahren, bei anderen erst viel später. Große Hunderassen altern schneller als kleine. So ist ein Irischer Wolfshund mit 7 Jahren schon steinalt, ein Malteser aber noch blutjung. Manche Hunde werden grau, bei anderen verändert sich das Fell oder die Figur.
Alte Hunde sind wirklich ganz besonders liebenswürdig. Sie sind verträumt, schusselig, verschmust, verpeilt, aber oft auch überraschend kreativ. Manchmal tun sie Dinge, die sie noch nie gemacht haben oder das letzte Mal als Jungspunt. Sie betteln plötzlich wieder am Tisch oder klauen die Chips vom Couchtisch – und nein ich schimpfe dann nicht, ich lächle, bringe die Sachen in Sicherheit und achte darauf, dass nichts mehr erreichbar ist, was nicht genommen werden soll. Es kann ja sein, dass dein Hund schon leicht dement ist (Cognitives Dysfunktionssyndrom) und gar nicht mehr genau weiß, was er darf und was nicht… Manchmal entwickelt sich die Demenz so, dass du deinen Hund beim Gassi gehen an der Leine lassen musst, weil er sonst einfach immer weiterläuft und gar nicht mitbekommt, dass du auch noch da bist. Mache demente Hunde vergessen zu fressen oder stehen plötzlich in der Ecke, weil sie sich im Haus nicht mehr orientieren können.
Einige graue Schnauzen entwickeln einen unbändigen Appetit, andere werden mäkelig und wollen nicht mehr alles fressen.
Manchen hilft es, wenn man die Mahlzeit etwas anwärmt, denn dann riecht sie intensiver oder man nimmt von vorne herein Futter mit einem stärkeren Geruch, wie z.B. Nassfutter.
Vielleicht kannst du das Füttern auch etwas spannender machen, indem du befüllbare Kauspielzeuge zur Beschäftigung benutzt.
Oder du versteckst mal das Futter einer Portion und lässt deinen Hund danach suchen. Beim Spaziergang könntest du auch Futter in die Wiese streuen und dein Hund darf es aufspüren und fressen.
Das alles fördert nicht nur den Appetit, sondern macht auch Spaß und dient deinem Hund zur Beschäftigung.
Was du tun kannst, um deinen Hund auch im Alter fit zu halten
Die Art der Beschäftigung und was überhaupt noch machbar ist, bestimmt immer dein Hund.
Möchtet ihr körperliche Fitness trainieren, empfiehlt sich vorab ein Besuch beim Tierarzt. Stelle deinen Hund vor und besprich, was du dir an Übungen oder Hundesport vorgenommen hast. Ein regelmäßiger Besuch beim Tierphysiotherapeuten ist auch immer eine gute Idee, er kann dir genau zeigen, wie man welche Übungen durchführt und welche für deinen Hund passend sind.
Wichtig ist, dass dein Hund Spaß an dem hat, was ihr macht und dass er das Tempo bestimmen darf. Im Alter kommt es nicht mehr auf Leistung und auf Schnelligkeit an, sondern darauf, Beweglichkeit und Muskulatur zu erhalten. Viele Hundeschulen bieten Kurse für ältere Hunde oder Hunde mit Handicaps an, vielleicht findest du so jemanden in deiner Nähe.
Hier trifft man natürlich auch Gleichgesinnte, mit den man sich austauschen kann oder man verabredet sich mal zu einem Senioren-Trödelspaziergang.
Möchtest du lieber was alleine mit deinem Hund machen, so findest du Übungen in verschiedenen Büchern oder auf DVDs
Bist du bereit für ein Seniorentraining?
Dann geht es mit mit dem Aufwärmen los. Die Muskeln und Gelenke müssen erst mal auf Betriebstemperatur kommen um die Anstrengungen meistern zu können.
Hierzu kannst du deinen Hund im Schritt in leichten Bögen und Kreisen an der Leine führen, sein Blick sollte dabei geradeaus gerichtet sein. Wie eng die Bögen und Runden gelaufen werden, bestimmt wieder der Hund, schau was angenehm für ihn ist. Wechsle die Seite, an der du den Hund führst, damit die Muskulatur gleichmäßig belastet wird.
Es hilft auch, wenn du deinen Hund vor und nach der Gymnastik mal sanft durchmassierst. Du könntest ab und zu seine Gelenke leicht bewegen, das durchblutet das jeweilige Gelenk und und hält die Gelenkschmiere (Synovia) geschmeidig.
Schöne Übungen für alte Hunde sind Cavaletti-Übungen, Steigungen, durch oder auf Leitersprossen gehen, enge verwinkelte Gassen durchlaufen, auf breiten Brettern balancieren.
Manche mögen Tricks wie Männchen machen oder Diener, andere balancieren lieber auf verschiedenen Pfotentargets.
Besonders gut für den Gleichgewichtssinn sind wackelige Balancekissen oder Hundewippen von Nina Steigerwald.
Positionswechsel wie Sitz – Platz – Sitz – Steh – Platz – Steh sind auch gut geeignet, aber auch sehr anstrengend, achte also gut auf Pausen.
Eine wunderbare Arbeit mit alten Hunden, aber auch mit Hunden jeden anderen Alters, ist die Tellington TTouch® Methode, Massage mit achtsamen Berührungen und einer besonderen Führtechnik.
Was fast immer noch geht, auch im hohen Alter, ist die Arbeit mit dem Geruchssinn. Das Riechen ist der Sinn, der am längsten erhalten bleibt. Auch wenn dein Hund schon taub und blind ist, schnüffeln klappt meist noch gut. Übungen für die Nase können ganz einfach sein, wie z.B. ein Schnüffelteppich oder ein Stückchen eingeweichter Pansen in einer versteckten Dose mit löchrigem Deckel, bis hin zur Fährte aus Wurstwasser oder einem „verlorengegangenen“ Handschuh beim Spaziergang oder im Garten.
Egal was du für dich und deinen Hund aussuchst, achte immer darauf, ob dein Hund entspannt bei den Übungen ist. Zeigt er, dass er Schmerzen hat, solltest du dir Rat beim Tierarzt oder Physiotherapeuten holen und die Übungen erst mal nicht mehr machen.
Wie du erkennst, ob dein Hund Schmerzen hat, erkläre ich dir in der nächten Folge meines Blogs.
Literatur:




Eine einstündige, kostenlose Beratung vor dem Welpenkauf biete ich allen, die wissen möchten, worauf es bei der Auswahl des neuen Familienmitglieds ankommt und auf was bei der Auswahl der Herkunft zu achten ist.
Dieser Kurs bereitet Sie auf die Prüfung zum
Als Kooperationsangebot der Hundeschule Querfelldein und
Unsere Hunde müssen also nicht lernen zu schnüffeln - aber wir können diese Fähigkeit nutzen, um unseren Fellnasen eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten.
Einzelstunde: 20,00€ - 10er-Karte: 165,00€ (Gültigkeit 4 Monate)
Auch in einem noch so kleinen Hund steckt ein bisschen Wolf!!!
Einzelstunde: 20,00€ - 10er-Karte: 165,00€ (Gültigkeit 4 Monate)
Einzelstunde: 8,00€ - 10er-Karte: 75,00€ (Gültigkeit 6 Monate)Nicht jagende Hunde dürfen frei laufen, alle anderen laufen mit Brustgeschirr und Schleppleine.